Entschlüsselung der Rolle der Leber in der Glukose-Homöostase mittels metabolischer Bildgebung (LEMON)

Die Leber spielt eine wichtige Rolle bei der Blutzuckerregulierung. Nach der Nahrungsaufnahme nimmt die Leber Zucker auf und wandelt sie zur Speicherung in sogenanntes "Glykogen" um. Bei Nahrungsentzug oder um tiefe Blutzuckerspiegel zu verhindern, kann die Leber Glykogen wieder in Zucker umwandeln und an das Blut abgeben. Damit trägt die Leber zur Kontrolle des normalen Blutzuckerspiegels bei. Eine Störung des Aufbaus oder der Verarbeitung von Glykogen führt zu Störungen des Blutzuckerkontrolle. Es können Über- oder Unterzuckerungen entstehen. Diese Störungen sind auch Merkmale verschiedener Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, postbariatrische Hypoglykämie und von Glykogenspeicherkrankheiten. Bislang erlauben nur gewebeverletzende (sogenannte "invasive") Ansätze (z.B. Entnahme von Lebergewebe oder Blut aus den Lebergefässen) eine direkte Untersuchung des Zuckerstoffwechsels in der Leber. In diesem Projekt untersuchen wir einen neuartigen, nicht-invasiven Ansatz zur dynamischen Untersuchung des Leber-Zuckerstoffwechsels des Menschen. Wir stellen hierzu den Weg und die Verarbeitung von markiertem Zucker (sogenannte stabile Isotopen-Tracer, in diesem Fall "deuterierte Glukose") in einer Ultra-Hochfeld-Stoffwechselbildgebung in der Leber dar. Diese Untersuchung führen wir bei gesunden Menschen und bei Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen durch (z.B. bei Menschen mit Typ 1 Diabetes oder mit Mahlzeiten-bedingten Unterzuckerungen nach einer Magenverkleinerung). Die gewonnenen Erkenntnisse werden unser Verständnis des Zuckerstoffwechsels in der Leber bei verschiedenen Stoffwechselstörungen erweitern und neue Wege für diagnostische und therpeutische Ansätze eröffnen.

Ablauf LEMON-Studie

Finanzielle Unterstützung

- Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)
- Diabetes Center Bern (DCB)

Kollaborationen

- Universität Bern: Prof. Roland Kreis

- Universität Padova, Italien: Prof. Chiara Dalla Man 

- University Medical Center Utrecht, Niederlanden: Prof. Jeanine Prompers